Neue Phase, neues Team? Das erste Annual Retreat der zweiten Förderphase
Das Retreat war dabei mehr als eine Gelegenheit zur wissenschaftlichen Diskussion. Mit dem Beginn der zweiten Förderphase hat sich auch die Zusammensetzung des SFB verändert: Neue Kolleg*innen sind hinzugekommen, viele von ihnen Nachwuchswissenschaftler*innen, die erst seit wenigen Wochen Teil des Verbunds sind. Gleichzeitig arbeiten zahlreiche Mitglieder bereits seit mehreren Jahren im SFB zusammen und bringen gemeinsame Erfahrungen, Routinen und gewachsene Formen der Zusammenarbeit mit.
Eine zentrale Frage war daher auch, wie aus dieser neuen Konstellation ein gemeinsames Team entstehen kann. Wie wachsen Kolleg*innen zusammen, wenn einige bereits miteinander vertraut sind, während andere gerade erst beginnen, ihren Platz im Verbund zu finden? Und wie lässt sich Verbundforschung so gestalten, dass unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen nicht nur nebeneinanderstehen, sondern produktiv miteinander verbunden werden?
Diesen Fragen widmete sich unter anderem ein World Café zur Verbundforschung. In wechselnden Gesprächsrunden diskutierten die Teilnehmenden darüber, wie Zusammenarbeit innerhalb des SFB gestaltet werden kann, welche Formen des Austauschs dafür wichtig sind und welche Möglichkeiten die zweite Förderphase eröffnet. Dabei wurde deutlich: Verbundforschung lebt nicht allein von gemeinsamen Projekten und Strukturen, sondern ebenso von den Beziehungen, Gesprächen und (zufälligen) Begegnungen, die zwischen ihnen entstehen.
Auch jenseits der intensiven Diskussionen bot das Retreat Raum für Austausch und gemeinsames Erleben. Bei einer gemeinsamen Wanderung auf dem Lyrikwanderweg Much entstand Gelegenheit für Gespräche in anderer Umgebung und in wechselnden Konstellationen. Ein Kamingespräch zu „Wissenschaftlichem Publizieren, Open Access und Scholar-Led Models“ öffnete zudem den Blick auf Fragen wissenschaftlicher Publikationskulturen und auf die Bedingungen, unter denen Forschung sichtbar, zugänglich und gemeinschaftlich gestaltet werden kann.
So verband das Annual Retreat unterschiedliche Formen des wissenschaftlichen und persönlichen Austauschs: strukturierte Diskussionen und offene Gespräche, fachliche Auseinandersetzung und gemeinsame Aktivitäten. Gerade diese Mischung machte es möglich, einander besser kennenzulernen, neue Verbindungen zu schaffen und die gemeinsamen Fragen für die zweite Förderphase weiterzuentwickeln.
