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WORKSHOP IN NEWCASTLE

Metaphern, Taxonomien und die Macht der Sprache

Ende März trafen sich internationale Forschende in Newcastle upon Tyne, um die Rolle von Etymologie, Metapher und sprachlicher Ordnung in religiösen Wissenssystemen der Antike neu zu beleuchten.

Am 26. und 27. März 2026 fand in Newcastle upon Tyne der Workshop „Etymology and Scientific Thought in the Greek, Indic, Persian, and Buddhist Traditions“ statt.

Beteiligt waren Jens Braavig (Professor Emeritus, University of Oslo / Norwegian Institute of Philology, Oslo; Philologie), Volkhard Krech (CERES, Ruhr-Universität Bochum; Religionswissenschaft), Tiziana Pontillo (University of Cagliari, Cagliari; Sanskritsprache und -literatur), Kianoosh Rezania (CERES, Ruhr-Universität Bochum; Westasiatische Religionsgeschichte), Velizar Sadovski (Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien; Indogermanistik) sowie Athanassios Vergados (Newcastle University, Newcastle upon Tyne; Klassische Philologie) als Gastgeber.

Im Zentrum standen Etymologie sowohl als objektsprachlicher Untersuchungsgegenstand als auch als metasprachliche Methode sowie grundlegende Fragen nach dem Verhältnis von Wort, Sache und Begriff in griechischen, indischen, persischen und buddhistischen Traditionen. Dabei wurde besonders diskutiert, wie Taxonomien, Metaphern und Metonymien an der Bildung, Ordnung und Auslegung religiösen Wissens beteiligt sind und wie etymologische Verfahren mit Exegese, Übersetzung sowie Syntax, Semantik und Pragmatik zusammenhängen.

Gerade darin zeigte sich auch die enge Verbindung zum Bochumer SFB „Metaphern der Religion“: Der Workshop machte deutlich, dass religiöse Sprache nicht nur Wirklichkeit beschreibt, sondern sie durch metaphorische, metonymische und taxonomische Operationen zugleich strukturiert und hervorbringt.