Erfolgreiche Disputation im Teilprojekt B02 des SFB 1475
In der Dissertation geht es um die Frage, wie Menschen im vormodernen Korea (16.–18. Jahrhundert) sich selbst und die Welt um sich herum verstanden – und wie sie das in Worte fassten. Untersucht werden persönliche Schriften wie Reiseberichte, Essays über besondere Orte und Traumaufzeichnungen, in denen Autorinnen und Autoren von außergewöhnlichen Erlebnissen berichten, etwa Momenten des Staunens beim Anblick einer Landschaft.
Küppers zeigt, dass solche Erlebnisse häufig mit Bildern von Aufstieg, Weite oder Verschmelzung beschrieben werden – Bilder, die nicht aus dem damals vorherrschenden konfuzianischen Denken stammen, aber dennoch genutzt wurden, um etwas auszudrücken, das mit diesem Denken durchaus vereinbar ist: das Gefühl, für einen Moment über das Alltägliche hinauszuwachsen.
Die Arbeit leistet damit einen Beitrag zum Verständnis davon, wie Menschen in der Vormoderne ihre eigene Innenwelt sprachlich fassbar machten – und liefert zugleich neue Impulse für die allgemeine Erforschung von Metaphern als Mittel des Denkens.
Der SFB 1475 gratuliert Elsa Küppers herzlich zur erfolgreichen Verteidigung!
